Dritte ist am Ziel

 

Mit einem Heimsieg am vergangenen Donnerstag belohnte sich die Dritte für eine starke Saison und schaffte es vorzeitig, den Aufstieg zu sichern.
Eine Rekonstruktion der Entwicklungen vom Anfang bis zum finalen Punkt:

Vor bald einem Jahr saßen einst die Preußen beisammen und planten die nächste Saison 17/18. Im Jahr davor schaffte es die durchschnittlich recht jung besetzte dritte Mannschaft auf einen passablen dritten Platz in der Kreisliga. Dies reichte den hungrigen Spielern allerdings nicht. Durch die neue Wettspielordnung ermöglicht und durch die Kollegen aus der zweiten Mannschaft unterstützt fasste man den Entschluss: wir stellen die Mannschaft für den Aufstieg in der Kreisliga!

So wurde die Dritte mit den Topspielern Simon Sprankel, Raphael Vogel und Wolfgang Bindemann bestückt und die Weichen in Richtung Aufstieg gestellt. Das Planen ist ja immer schön und gut, aber ob das dann auch so funktioniert, zeigt sich erst im Verlauf der Saison.

Zur Winterpause 17/18 konnte schon der Titel des Herbstmeisters mit nur einer einzigen Niederlage in der Vorrunde gesichert werden, und die Saison verlief weiterhin sehr gut, so fehlten der Dritten schon im drittletzten Spiel nur noch 2 Punkte, um den Aufstieg von den Zahlen her unabwendbar zu machen. In einem packenden Spiel gegen Ginnheim war aber leider nur ein Punkt zu holen, sodass die endgültige Entscheidung im vorletzten Spiel der Saison gegen Bornheim fallen sollte. Die Dritte holte sich die zwei Punkte und sicherte sich damit den Aufstieg. Wie es zu diesen letzten beiden Punkten kam, und wie die sechs Spieler dieses entscheidende Spiel locker und lässig mit 9:7 nach Hause geschaukelt haben, ist in dem Bericht weiter unten zu lesen, der zur Feier des Aufstiegs etwas ausführlicher ausfällt.

 

Kreisliga: SV Vikt. Preußen III -TG Bornheim 1860 II 9:7
Unsere Aufstellung: Raphael Vogel, Martin Wehage, Christian Weippert, Elias Polak, Christof Kranz, Markus Oslislok

Am Donnerstagabend erwarteten sechs tapfere Recken die Gäste aus Bornheim zum letzten Heimspiel der laufenden Saison. Hochmotiviert, mit dem Wunsch den Aufstieg einzutüten gingen alle an die Tische. Die ersten Doppel wurden eine deutliche Angelegenheit, wobei anzumerken ist, dass Bornheim mit einer kreativen Doppelaufstellung überraschte.
Die beiden Ersatzspieler im hinteren Paarkreuz wurden zum Doppel 1 kombiniert, sodass das vordere Paarkreuz das Zweierdoppel bildete und das mittlere Paarkreuz das Doppel drei. So punkteten Raphael und Elias als D2 sicher mit 3:0 und das routinierte Doppel Christian/Martin als D1 tat es ihnen gleich. Das Doppel 3, gebildet aus Christof und Markus, hatte mit dem mittleren Bornheimer Paarkreuz einen schweren Brocken vor sich, doch die beiden spielten furchtlos auf und gewannen den ersten Satz. Danach schlichen sich bei beiden leichte Fehler ein, und die Gegner kamen besser ins Spiel, sodass das Match kippte und 3:1 verloren ging.

In den Einzeln begann unser Topspieler Raphael mit seinem Spiel. Der Zweier der Gäste legte ein derart unangenehmen Spielstil an den Tag, dass es schon fast so aussah, als würde Raphael seine erste Niederlage in der Kreisliga hinnehmen müssen. Der erste Satz ging sozusagen an die Noppe, die sein Gegner in der VH schwang, und der zweite Satz an den überraschend griffigen Belag in der Rückhand. So leicht wollte sich Raphael aber nicht geschlagen geben, legte taktisch nochmal zu und steigerte seine Konzentration. Als Belohnung für seine Anstrengungen gewann er die nächsten drei Sätze und wendete seine „Fast-Niederlage“ ab. Nebenan hatte Martin mit dem recht gerade spielenden Einser eine dankbare Aufgabe. Die schnellen Angriffsbälle beeindruckten ihn wenig, sodass er immer wieder auch in der passiven Situation punkten konnte. Mit 3:0 gab es einen weiteren Punkt für die Gastgeber.
Christian erzielte in seinem Einzel ein identisches Ergebnis, wobei er der überwiegend offensiv agierende Spieler war und mit sicheren Vorhandbällen überzeugte. Im nächsten Einzel punktete Elias immer wieder mit technisch sehr sauberen Angriffsbällen, machte insgesamt aber zu viele Fehler, sodass er in drei knappen Sätzen verlor. Nach der langen Pause seit dem Doppel gingen Christof und Markus frisch an die Tische und lieferten überzeugende Leistungen ab.
Markus krallte sich den ersten Satz, verlor dann aber leider die Kontrolle über das Spiel und damit die folgenden Sätze. Christof verlor zwar den ersten Satz, erspielte sich daraufhin aber eine souveräne 2:1-Führung. Der vierte Satz wurde der längste Satz des Abends und zog sich weit in die Verlängerung. Mehrere Matchbälle reichten Christof nicht, um den Sack zuzumachen, während beide Spieler mit festen Topspins angriffen, meist mit dem besseren Ende für den Spieler, der als erstes die Initiative ergriff. Je länger der Satz dauerte, desto leichtere Fehler machte Christof allerdings. Dies half seinem Kontrahent, der sich den Satz schlussendlich mit 17:15 holte. Im fünften Satz schien nun alles offen zu sein, doch leider hatte Christof in der Satzpause völlig den Faden verloren und konnte auch nach dem Seitenwechsel seinen Rhythmus nicht finden. Mit 3:11 ging der Satz verloren.

Zur Halbzeit stand es damit 5:4. Es musste noch was passieren, um einen Sieg einzufahren.

Raphael ließ in seinem zweiten Spiel nichts anbrennen und schickte seinen Gegner im ersten Satz mit nur einem Punkt in die Satzpause. Die darauffolgenden Sätze liefen etwas enger, aber doch deutlich zugunsten Raphaels. Martin konnte sich im zweiten Einzel nicht so gut auf das krumme Spiel der gegnerischen Zwei einstellen wie Raphael und unterlag in drei Sätzen.
Christian kämpfte im Duell der Dreier fünf Sätze lang, haderte aber zu oft mit sich selbst und verlor den entscheidenden Durchgang mit 8:11. Parallel spielte dann auch Elias gegen sein Paarkreuzäquivalent und konnte sich nach verlorenem ersten Satz mit 3:1 durchsetzen. Damit stand es 7:6 und es fehlte nur noch ein Punkt zum Unentschieden, wodurch der Aufstieg schon in trockenen Tüchern wäre. Dies schien Christof zu beflügeln, denn  dieser fegte mit 3:0 über seinen Gegner hinweg und ließ diesem nicht viele Chancen. Mit dem sicheren Unentschieden kam es dann zu dem vermutlich einsamsten Spiel des Abends.
Da Markus Gegner im Doppel 1 gemeldet war, musste erst das Einzel zu Ende gespielt werden, bevor das Abschlussdoppel begonnen werden konnte. Etwas entfernt von der Mehrheit der Spieler, am hinteren Tisch, focht Markus sein zweites Match aus, konnte aber trotz mutiger Offensivbälle keinen Satz für sich entscheiden. Beim Stand von 8:7 ging es dann ins Abschlussdoppel, jetzt war nur noch die Frage, ob der Aufstieg mit einem weiteren Unentschieden, oder mit einem Sieg errungen werden kann.
Martin und Christian gingen mit dem Selbstvertrauen, gegen das Ersatzspielerdoppel was holen zu können, an den Tisch. Der erste Satz lief auch genau nach dem Geschmack der beiden Preußen. Mit spinigen Eröffnungsbällen bereitete Christian die Punkte vor und Martin versenkte den Ball zum Punkt. Nach dem deutlichen Satzgewinn flaute die Konzentration etwas ab, was den Kampfgeist der Bornheimer zu wecken schien. Die beiden Spieler zeigten starke Bälle und gaben unserem Stammdoppel einiges zu tun.

Nachdem dieser Satz für Bornheim ausging und wieder alles offen schien, war alle Aufmerksamkeit der Halle auf das Doppel gerichtet. Martin und Christian merkten, dass sie noch einmal eine Schippe drauflegen mussten, sodass sich sehr sehenswerte Ballwechsel entwickelten und sich das Abschlussdoppel zum spektakulärsten Doppel der Runde mauserte. Die Schippe half leider noch nicht aus, und die Bornheimer gewannen den nächsten Satz. Nach den verlorenen Abschlussdoppeln in Ginnheim und in der Vorrunde bei der Eintracht, wollten Martin und Christian sich nicht erneut geschlagen geben. Es gab eine kurze Besprechung und man besann sich auf die klassischen Spielzüge. Manchmal hilft es, das Spiel auf das zu reduzieren, was man kann, die „Klassiker“ auszupacken und solide Bälle zu spielen. Und das traf an diesem Abend oder eher in dieser Nacht zu. Die beiden Preußen behielten in den darauffolgenden Ballwechseln überwiegend die Kontrolle und holten sich alle Big Points! Mit 11:6 und 11:5 wurde das 3:2 und damit der 9:7-Sieg gegen Bornheim perfekt gemacht. Damit ist der Aufstieg gesichert und die Preußen sind von den direkten Verfolgern nicht mehr einzuholen, selbst wenn das letzte Spiel verloren gehen sollte.

Der Abend bzw. die Nacht des Aufstiegs wurde dann noch bei ein paar halbwegs kühlen Getränken gefeiert, während die eine oder andere Erinnerung an die Saison hervorgeholt wurde.

Abschließend bleibt nur noch zu sagen: Bezirksklasse, wir kommen!!!

 

 

 

Christian Weippert

Racket Company Logo